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Unser Konzept

Unser Konzept

In unserer entwicklungspädagogischen Praxis sind alle Kinder, Jugendliche & junge Erwachsene
mit Entwicklungs- und/oder Verhaltensbesonderheiten
, d.h. mit besonderen Bedürfnissen im
motorischen, sensorischen, emotionalen, kognitiven und sozialen Bereich, herzlich willkommen.
Gleichzeitig steht unser Angebot aber auch allen anderen Kindern offen, die von entwicklungs-
pädagogischer Begleitung profitieren möchten.
D.h. wir sprechen Eltern an, deren Kinder ein
bestimmtes Behinderungsbild, Beeinträchtigungen oder Auffälligkeiten in ihrer Entwicklung oder ihrem
Verhalten zeigen oder ganz einfach Spaß am integrativen, ganzheitlichen Lernen haben.

Im Mittelpunkt der entwicklungspädagogischen Förderung steht die individuelle menschliche
Entwicklung mit dem Ziel der Erlangung größtmöglicher Alltagskompetenz & Selbstständigkeit
durch das Schaffen möglichst optimaler und individueller Entwicklungsanreize.
Dabei unterstützt unsere Entwicklungsbegleitung die Stärkung der unterschiedlichen
menschlichen Kompetenzen zur Erweiterung der individuellen Handlungsmöglichkeiten.

Das bedeutet, dass die Arbeit nach dem PEp-Konzept eine Entwicklungsbegleitung darstellt,
die den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Basis für lebenslanges Lernen
ermöglicht. Dadurch wird die Voraussetzung für eine aktive, integrative Teilnahme am
gesellschaftlichen Leben geschaffen.

Um den individuellen Förderbedürfnissen jedes einzelnen Kindes gerecht zu werden, ist Lernen auf unterschiedlichen und vielfältigen Wegen zentrales Element im PEp-Konzept.
Unsere pädagogische Sichtweise auf den Mensch, unsere Arbeit und uns selbst ist wesentlich geprägt
durch die Montessori-Pädagogik, die Psychomotorik und die entwicklungs-
orientierte Musiktherapie
. Eine solche übergreifende pädagogische
Sichtweise ermöglicht kindzentriertes, handlungsorientiertes und ganzheitliches
Arbeiten mit Hilfe des gesamten Körpers, aller Sinne und des
individuellen menschlichen Erlebens.

Das Kind ist der Akteur seiner Entwicklung, es ist ein aktives und selbstbestimmtes
Individuum. Das bedeutet, dass wir PädagogInnen stets unsere Angebote und Entwicklungsreize
nach dem aktuellen Bedürfnisstand des Kindes ausrichten. Das Kind interpretiert und bewertet seine
Umwelt, um zielgerichtet agieren und reagieren zu können. Pädagogisch arbeiten heißt für uns daher,
in einem engen Dialog mit den Kindern zu stehen, möglichst frühzeitig Signale des Kindes aufzufangen
und im pädagogischen Angebot gezielt aufzubereiten.

Entwicklung braucht Zeit und Raum. Niemand kann Entwicklung vorhersagen. Diesen Anspruch zu
erheben würde bedeuten, Entwicklung lediglich auf äußere, messbare und steuerbare Einflüsse
zurückzuführen. Gleichzeitig sprächen wir dem Kind seine Rolle als aktives Subjekt ab.
Sicher ist jedoch, dass jedes Kind seine individuelle Zeit braucht und einen jeweils einzigartigen Weg
beschreitet. Diese Schritte gilt es, behutsam zu begleiten und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Dieses
Konzept bedingt, dass die Kinder über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre, mindestens jedoch
über den Zeitraum von einem Jahr) begleitet werden.
Ein weiterer Grund für die grundlegend langfristig angelegte entwicklungspädagogische Arbeit ist
der, dass gerade Übergänge zwischen Entwicklungsaufgaben (z.B. Übergänge in Kindergarten,
Grundschule, weiterführende Schule oder Berufseintritt) und kritische Lebensereignisse besondere
Herausforderungen nicht nur für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und deren Eltern darstellen.
Übergeordnet steht das Ziel einer integrierten und weitgehend selbstbestimmten
Lebensbewältigung.

Die Eltern sind und bleiben die kompetentesten Fachleute für ihr Kind.
Die entwicklungspädagogische Förderung stellt ihrer Art nach eine
Entwicklungsbegleitung des Kindes, aber auch seiner Eltern dar. Entwicklungs-
fortschritte der Kinder sind nicht oder nicht in geeignetem Maße ohne den
liebevollen und kompetenten Einsatz ihrer Eltern möglich. Innerhalb unseres Förderkonzepts ist
die aktive Mitarbeit der Eltern von Bedeutung. Sie entscheiden was gut für ihr Kind und für
sie selbst ist.

Wir unterstützen Sie als Eltern in Ihrer Rolle durch Angebote an themen-
spezifischen Elternabenden / Fortbildungen, durch die Sie Ihre Kenntnisse
über den Entwicklungsstand ihrer Kinder, über deren Bedürfnisse und über
die Integration unserer Angebote im häuslichen Umfeld erweitern können.
Weiterhin bieten wir Eltern größtmögliche Unterstützung in Gesprächen,
Beratungen und konkreten Hilfestellungen.

Ich- und Sozialkompetenz werden von uns als untrennbare Einheit betrachtet. Daher arbeiten
wir mit den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen grundsätzlich in Kleingruppen. Eine
Einzelförderung kann im individuellen Fall angebracht sein, bleibt aber die Ausnahme und ist in der
Regel mit dem Ziel der Eingliederung des Kindes in eine entwicklungspädagogische Kleingruppe
verbunden.

Die entwicklungspädagogischen Fördergruppen finden einmal pro Woche, in der Regel für
90 Minuten statt (während den rheinlandpfälzischen Schulferien finden keine Förderstunden statt),
davon mind. 40 Minuten im Bewegungsraum, mind. 40 Minuten im Kognitionsraum,
weitere 10 Minunten dienen dem Austausch von relevanten Informationen und einem kurzen
Feedback zum Stundenverlauf mit den Eltern.
Jede Fördereinheit ist auf die Unterstützung folgender Kompetenzbereiche ausgerichtet:

Um ein Lernen auf unterschiedlichen & vielfältigen Wegen zu ermöglichen,
wird in unterschiedlichen Räumen mit zum Teil unterschiedlichen Methoden gearbeitet: Im Rahmen unserer Arbeit begleiten wir die Eltern, deren Kinder und junge Erwachsene stets nach
aktuellem Bedürfnisstand und dabei auch in Fragen der Entscheidung, ob eine integrative oder
Sonderbeschulung den Bedürfnissen des Kindes und der Eltern entgegenkommt oder eine
Berufsausbildung und Integration in den ersten Arbeitsmarkt eine sinnvolle Alternative darstellen kann.
Da für Eltern von beeinträchtigten Kindern in Rheinland-Pfalz eine Wahlmöglichkeit
zwischen Sondereinrichtungen oder integrativ arbeitenden Regeleinrichtungen besteht, gilt es hier
behutsam abzuwägen und zu entscheiden.
Grundsätzlich setzen wir uns für die Schaffung und Aufrechterhaltung von Bedingungen ein, die eine
Integration in Regeleinrichtungen und damit eine wohnortsnahe Integration im natürlichen
gesellschaftlichen Umfeld gelingen und sinnvoll werden lassen. Kinder mit Entwicklungs-
besonderheiten müssen die Chance erhalten jene Entwicklungsanreize, die sie durch integriertes
Aufwachsen explizit geboten bekommen, auch für sich nutzen zu können. Daher ist stets zu
bedenken, welche unterstützenden Maßnahmen für eine gelingende Integration von Nöten sind.

Montessori-Pädagogik

Die Montessori-Pädagogik wurde von Maria Montessori (1870 -1952)
entwickelt. Maria Montessori war eine italienische Ärztin und Pädagogin, die
zunächst mit beeinträchtigten Kindern arbeitete. Ihre pädagogische Arbeit stellte
sich als so erfolgreich für die behinderten Kinder heraus, dass sie sich entschloss, diese auch
mit nicht behinderten Kinder durchzuführen.

Maria Montessori nahm die Beobachtung des Kindes als wissenschaftliche Voraussetzung zur
Erforschung des Kindes an. Ziel war es, die Gesetzmäßigkeiten der kindlichen Entwicklung kennen zu
lernen. Mit ihrer speziellen Erziehungsmethode hoffte Montessori, den kindlichen Bedürfnissen gerecht
zu werden und Hilfen bei Entwicklungs- und Erziehungsproblemen geben zu können.
Pädagogisch-therapeutisch ist die Montessori-Pädagogik heute bei Kindern mit Entwicklungs-
störungen und Entwicklungsverzögerungen sinnvoll indiziert.

Ursprünglich stellte die Montessori-Pädagogik einen "Selbstunterricht" mit Unterstützung spezieller
didaktischer Materialien für Vorschulkinder dar. Heute gibt es diese speziellen didaktischen Materialien
weiterhin, bzw. eine Erweiterung des Repertoires hat stattgefunden & die Materialien wurden für den
pädagogisch-therapeutischen Arbeitsbereich ausgebaut.

Neben den speziellen "Montessori-Spielzeugen" ist in der Montessori-Pädagogik eine spezielle
pädagogische Sicht- und Arbeitsweise wesentlich.
Die so genannten sensiblen Phasen, d.h. bestimmte Zeitabschnitte in der kindlichen Entwicklung,
werden als besonders wesentlich erachtet. In diesen Phasen sind die Kinder für bestimmte Reize
aus der Umwelt in einem besonderen Maße empfänglich und entwickeln damit verbundene
Fähigkeiten (z.B. sensible Phase des Spracherwerbs).
Montessori konnte nachweisen, dass diese sensiblen Phasen nach bestimmten Merkmalen
aufgebaut sind und dass es für das Kind umso mühsamer ist, „Lerninhalte“ nachzuholen, wenn diese
innerhalb der entsprechenden Phase unzureichend erlernt wurden. Eine wesentliche Aufgabe des
Pädagogen ist es, zum einen die betreffenden sensiblen Entwicklungsphasen, die das Kind gerade
durchläuft, zu erkennen, und zum anderen eine Lern- und Erlebnisumwelt bereitzustellen, die die
sensible Phase voll ausschöpft.

Das Leitmotiv der Montessori-Pädagogik hierfür ist der Satz:
"Hilf mir es selbst zu tun".

Das Kind wird nicht aufgefordert, einen speziellen "Lehrplan", den der
Erwachsene aufstellt, zu erfüllen, sondern es wird in seinem Tun beobachtet
und seine Interessen, Neigungen und Bedürfnisse beschrieben.
Auf der Basis seiner Beobachtungsergebnisse bereitet der Erwachsene eine
spezielle individuelle Umgebung vor, die dem Kind hilft, sich aus sich selbst heraus
zu entwickeln. Dem Kind werden hierfür strukturierte Arbeitssituationen angeboten, die so
genannte vorbereitete Umgebung.

Jedem Kind wird eine individuelle Entwicklungszeit zugestanden. Es wird angeregt, mit möglichst
unterschiedlichen Sinnen zu lernen und sich zu bewegen, damit gewonnene Erfahrungen mehrkanalig
aufgenommen, gespeichert und verarbeitet werden können.

In Deutschland hat die Montessori-Pädagogik einen breiten Raum in der Elementar- (Kindergarten)
und der Primarpädagogikzeit (Grundschule). Hier kommt dem Lernen durch verschiedene Lernkanäle
(Sinne) eine zunehmende Bedeutung zu.

Die Montessori-Materialien ermöglichen konkret-operative Handlungen, die den Kindern dieser
Altersgruppen entwicklungspsychologisch entgegenkommen und zur Erkenntnisgewinnung führen.


Psychomotorik

Das Konzept der Psychomotorik beruht auf der Tatsache, dass sich körperlich-motorische und
psychisch-geistige Vorgänge gegenseitig beeinflussen.
Das bedeutet, dass jede Handlung von kognitiven und emotionalen Aspekten mitbestimmt wird
und umgekehrt jede Bewegung Einfluss hat auf die geistige und motivationale Verfassung des
Menschen hat.
Der enge Bezug zwischen beiden kommt in vielen Worten unseres täglichen Sprachgebrauchs
zum Ausdruck, z.B. fühlen wir uns bewegt durch bestimmte Situationen oder begreifen Abläufe
um uns herum.

Über Bewegung und den dadurch gewonnen sensorischen, emotionalen, motorischen und sozialen
Erfahrungen entstehen vielfältige Verknüpfungen von Nervenzellen im Gehirn. Reize werden
aufgenommen, verschlüsselt, sortiert und abgespeichert, neue Informationen mit bereits
abgespeicherten verglichen und schließlich integriert.

Erst durch die Bewegung und die damit verbundene aktive, experimentelle
Auseinandersetzung (sehen, fühlen, hören, riechen, schmecken, spüren) mit
der dinglichen und personalen Umwelt erhält das Kind eine Vorstellung von
sich selbst und seiner Umgebung. Wir müssen tatsächlich im wahrsten Sinne
des Wortes „Be-Greifen“ bevor wir verstehen. Später sind dann auch abstrakte Vorstellungen
von sich selbst und von anderen Dingen möglich, über die Sprachentwicklung entsteht
symbolisches Denken und wieder später können wir Handlungen planen und damit Situationen in
Gedanken vorwegnehmen.

Somit wird es durch die motorischen Erlebnisse erst möglich, in bestimmten Situationen, das heißt auf
bestimmte Anforderungen der Umwelt, adäquat zu reagieren und seine Impulse zu steuern.

Psychomotorik bezeichnet eine ganzheitlich-humanistische, entwicklungs- und kindgemäße Art der
Bewegungserziehung. Dabei beschreibt sie die Einheit von Erleben und Sich-Bewegen.

Die Psychomotorik ist keine einheitliche Methode, vielmehr besteht sie aus verschiedenen
pädagogisch-therapeutischen Ansätzen, die von einer möglichen Intervention mittels Bewegung
ausgehen, um motorische, kognitive und soziale Prozesse zu fördern.
Es geht also vor allem darum, Kindern mit „Entwicklungsbesonderheiten“ eine Entwicklungsunterstützung
über die Vermittlung von vielfältigen Bewegungserfahrungen anzubieten.

Die Motopädagogik hat somit mittels der Methode der Psychomotorik das Ziel, die Persönlichkeitsbildung
von Kindern über motorische Lernprozesse zu fördern. Das heißt, das Kind soll befähigt werden, sich
mit sich selbst, der dinglichen und personalen Umwelt sinnvoll und konstruktiv auseinander zu setzen.

Dadurch werden Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein des Kindes gestärkt sowie dessen
Handlungsfähigkeit und die Fähigkeit der selbstständigen und eigenverantwortlichen
Umweltbewältigung erhöht.

In Deutschland brachte E.J. Kiphard, damals Sportstudent, Mitte der 50er Jahre die Psychomotorik
als Methode ins Gespräch, im Speziellen für die Förderung von bewegungs-, verhaltens- und
lerngestörten Kindern.
In seine praktische Arbeit mit den Kindern flossen Erfahrungen und Erkenntnisse aus der rhythmisch
musikalischen Erziehung, der Arbeitsweise Maria Montessoris und dem Orff-Schulwerk ein.

Bis heute hat es verschiedene Weiterentwicklungen der Psychomotorischen Idee
gegeben, zum Beispiel durch Schilling, Zimmer und Seewald, die
unterschiedliche Perspektiven einnehmen und Schwerpunkte setzen.
Allen Betrachtungen gemeinsam ist jedoch die Orientierung am Kind, an der
kindlichen Entwicklung und an der kindlichen Lebenswelt.
Aktuelle Entwicklungen legen den Schwerpunkt im methodischen Vorgehen auf
erlebnisorientierte, bedeutungs- und handlungsgebundene Situationen, die das Kind zur aktiv
tätigen Auseinandersetzung mit der Umwelt anregen.

Das Kind wird von Anfang an als aktives und selbstbestimmtes Individuum betrachtet.
Es bemüht sich um Kompetenz, Autonomie und Selbständigkeit und gestaltet damit aktiv seine
Entwicklung. Durch pädagogisches Handeln kann damit niemals eine eindeutig vorhersagbare Wirkung
beim Kind erzielt werden, da das Kind selbst aktiv am Erziehungsgeschehen beteiligt ist. Für eine
sinnvolle Entwicklung des Kindes sind also nur solche Angebote bedeutsam, die der Motivation und
den Handlungsmöglichkeiten des Kindes entsprechen.

In der Praxis geht es weniger um genormte Bewegungen und alleinig Zweck orientierte Übungen.
Vielmehr geht es darum, Bewegungssituationen zu schaffen, in denen die Kinder aus sich selbst heraus,
d.h. intrinsisch motiviert, aktiv werden. Daher werden kindgemäß verschiedenste motivierende Bewegungs-
und Gerätearrangements mit Möglichkeiten des Bauens, Kletterns, Schaukelns, Rutschens, Balancierens,
usw. geboten, die wiederum in einer spielerischen Form in Fantasiegeschichten, Rollenspielen, Liedern und
Versen eingebunden sind.
Dabei werden Ideen und Themen des Kindes aufgegriffen und verstärkt.

Weiterhin werden in spielerischer Form die verschiedenen Wahrnehmungssysteme (auditiv, visuell,
taktil, kinästhetisch, propriozeptiv, verstibulär) geschult sowie koordinative, integrierende
Fähigkeiten, speziell die Tonusregulation (Regulierung und Anpassung der Muskel- und
Körperspannung an die entsprechende Situation) und Impulssteuerung, gefördert.

Die Betonung des aktiven Handelns, Gestaltens und Problemlösens gibt Impulse zur
Verbesserung der eigenen kognitiven Handlungsplanung. Hilfestellungen durch die Pädagogin
können etwa aus der individuellen Vorstrukturierung (z.B. Auswahl der Materialien), gezielten
Fragestellungen zur Strukturierung (z.B. „Was ist das Problem? Welche Ideen hast du? Was musst
du als erstes tun? ...), handlungsbegleitenden Verbalisierungen bestehen, werden niemals aber
Aktivitäten sein, die dem Kind die aktive eigene Problemlösung abnehmen.

Die psychomotorische Begleitung ermöglicht Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen:

Der französische Psychomotoriker Bernard Aucouturier sieht die Psychomotorik vor allem als Freiraum,
in dem sich die Kinder symbolisch ausdrücken können. Sie haben die Freiheit, im Spiel Geschichten und
Szenen entstehen zu lassen, die etwas mit ihrer eigenen Geschichte zu tun haben.
Der Pädagoge schafft einen geschützten Raum mit einer positiv-annehmenden Atmosphäre, die
Sicherheit bietet. Er unterstützt das Kind dabei, seine Erlebnisse zu verarbeiten. Als Gesprächspartner
verhilft er dem Kind vor allem dabei, sich das Erlebte zu der vergegenwärtigen.

Psychomotorik dient der Förderung, Stärkung und Stabilisierung körperlicher, sozialer und personaler
Ressourcen, wobei gerade die personalen Ressourcen wie z.B. Ich-Stärke, Kompetenzbewusstsein,
positives Selbstbild und psychische Stabilität die Grundlage für eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit
inneren und äußeren Anforderungen bilden.


Entwicklungsorientierte Musiktherapie

Unser Leben ist untrennbar mit Musik verbunden.
Bereits im Mutterleib erfährt ein Kind Rhythmen, Schwingungen, Klänge und Töne. Ab der
16. Schwangerschaftswoche reagiert ein ungeborenes Kind mit Bewegungen auf Hörbares
von der Außenwelt. Von der Geburt bis zum Tod stehen unsere Ohren ununterbrochen offen für
akustische Wahrnehmungen.

Unser Körper und unsere Seele reagieren auf diese Wahrnehmungen - ob wir wollen oder nicht!
Wir bewegen z.B. unbewusst die Füße im Takt oder bekommen eine Gänsehaut bei besonders
schöner Musik.

Jeder Mensch ist durch Musik ansprechbar, unabhängig von der Fähigkeit
sprechen zu können und unabhängig von der Fähigkeit die Technik eines
Instruments gelernt zu haben.
Musik motiviert zum Handeln. Ein klingendes Instrument gibt Rückmeldung
über und Bestätigung für eine Bewegung. Der Körper und die eigene Aktivität
werden positiv erfahren. Motorische Fähigkeiten können an unterschiedlich
anspruchsvollen Instrumenten erprobt und erlernt werden.
Das bewusste Hören von Klängen schult die auditive Wahrnehmung. Die Merkspanne von
akustischen Reizen erweitert sich. Im Spiel mit den Instrumenten werden visuelle, akustische und
motorische Elemente miteinander verknüpft. Es findet eine sensorische Integration statt.

Musik weckt immer wieder die Aufmerksamkeit der Sinne und strukturiert gleichzeitig die
Wahrnehmung.
Lieder und rhythmische Texte vermitteln spielerisch Lerninhalte und Handlungsabläufe.
Texte, die mit Rhythmen und Melodien verknüpft sind, bleiben schneller und länger im Gedächtnis.
Auch bei vielfacher Wiederholung hält Musik die Aufmerksamkeit aufrecht.
Musik ist ein Kommunikationsmittel. Gesang und bestimmte Klänge regen kleine Kinder zum
Lautieren an, musikalische Spiele motivieren zum Gebrauch der eigenen Stimme und das bewusste
Wahrnehmen von Unterschieden in Tonhöhe, Rhythmik und Lautstärke verbessert die eigene Sprechweise
und Ausdrucksfähigkeit.

Beim gemeinsamen Musizieren zu zweit oder in der Gruppe werden Alltagssituationen gespiegelt:
Wann hört mir jemand zu?
Wie setze ich mich durch?
Mit wem spiele ich zusammen?
Wie wehre ich mich, wenn jemand zu laut spielt?
Das sind Fragen, für die in den musikalischen Spielen passend zu einer entsprechenden
Alltagssituation eine Lösung erprobt und gefunden werden kann.
Eigene Gefühle können über Musik anderen mitgeteilt werden. Die Ausdrucksfähigkeit über
eigene Empfindungen verbessert sich ebenso wie die Wahrnehmung für Empfinden anderer.

Emotionale, soziale, kommunikative, kognitive, sensorische und motorische Fähigkeiten
werden im musiktherapeutischen Spiel gefordert und quasi nebenbei gefördert.

Stand: Juli 2007